Kopfhörer auf, Finanzwissen an! Ob Spartipps für die nächste Urlaubsreise oder die Optimierung des Anlageportfolios: Jede Lebenslage birgt andere Finanzfragen. Für die meisten gibt’s den passenden Podcast.
Text: Lena Kube

Sie tummeln sich in den Podcast-Apps und fesseln immer größere Communitys: Finanzpodcasts. Manche versprechen simple Erklärungen für vielschichtige Themen, andere werben mit pfiffigen Kniffen, um den Anlagemarkt auszutricksen. Nur: „Den einen Trick, mit dem man plötzlich reich wird, gibt es nicht“, warnt Laura Städtler. Sie sitzt am Mikrofon von „Finanzfluss“, einem der erfolgreichsten deutschen Finanzpodcasts, und erläutert, für wen sich welche Anlageform eignet.
„Am Anfang ist man oft hilflos, deshalb erklären wir die Basics“, sagt sie. „Finanzwissen sollte eine Grundbildung sein, die man als Erwachsener einfach draufhaben muss.“ Um die Einstiegshürde zu nehmen, hat sich die „Finanzfluss“-Redaktion die Serie „30-Tage-Challenge“ ausgedacht. In Fünfminutenfolgen wird ein Thema erklärt und eine Mini-Aufgabe gestellt. Die Idee: Wer die Podcastserie absolviert hat, kann bei anderen, tiefer gehenden Finanzpodcasts mithalten.

Und davon gibt es einige. In den täglichen Börsen-Updates „Alles auf Aktien“ der Tageszeitung „Die Welt“ oder „Handelsblatt Today“ gibt es den tagesaktuellen Blick auf die Finanzmärkte. Hier findet man Deep Dives rund um den Weltmarkt, Rohstoffentwicklungen und Aktienkurse. Im Ranking des Portals Podwatch, das Platzierungen auf Spotify und Apple Podcasts auswertet, gehören „Alles auf Aktien“, „Handelsblatt Today“ und der „Finanzfluss“-Podcast – Stand Oktober 2026 – zu den populärsten Formaten in der Kategorie „Finanzen und Geldanlage. Finanzfluss bietet zudem weitere Formate an, zum Beispiel „Marktgeflüster“.
Angebote für Frauen
Nicht wenige Finanzpodcasts richten sich an Frauen – aus gutem Grund. Laut einer OECD-Studie besitzen Frauen in Deutschland im Schnitt weniger Finanzwissen und legen seltener Geld an. „Sie trauen sich weniger zu“, erklärt die promovierte Volkswirtin Gabriele Widmann von der Deka, die sich seit vielen Jahren für die Finanzbildung von Frauen engagiert. Gemeinsam mit Tanja Heinrich macht sie den Female-Finance-Podcast „Money on Her Mind“. Sie rät dazu, die eigenen finanziellen Grundlagen zu prüfen und keine hohen Risiken einzugehen. Widmann: „Mindestens drei Monatsgehälter auf dem Girokonto und Versicherungen, die für eine finanzielle Grundabsicherung sorgen, sollte jeder Anleger haben.“

Entsprechend kritisch ist sie bei Tipps, die schnelles Geld versprechen. „Vorsicht bei neuen Anlageprodukten. Trends wie Sneaker- oder Uhrensammlungen sowie gehypte Kryptowährungen sind nicht automatisch geeignete Geldanlagen“, warnt sie. „Ich versuche immer, zu verstehen, warum ein Produkt langfristig an Wert gewinnen soll.“ Bei Kryptowährungen falle es ihr schwer, den realen Wohlstandszuwachs zu erkennen, der hinter einer Wertsteigerung stecke. „Davon lasse ich persönlich lieber die Finger“, so Widmann.
Vorsicht vor Finfluencern
Eine Umfrage der Finanzaufsicht Bafin hat gezeigt, dass sich Menschen zwischen 18 und 45 Jahren vor allem online zum Thema Geldanlage informieren – über Podcasts oder Social Media. Bei vielen dieser Angebote ist Vorsicht geboten, denn die Zahl der sogenannten Finfluencer steigt, die auf Plattformen wie Instagram, Tiktok oder Youtube Finanzwissen und Anlagetipps verbreiten – darunter auch in eigenen Podcasts. Viele von ihnen verfügen nicht über die nötige Qualifikation. Zudem verdienen viele über Kooperationen, Werbeverträge oder Links zu Finanzprodukten Geld.

Ein weiteres Phänomen, bei dem Vorsicht geboten ist, ist das Copytrading, das Nachbilden des Anlageportfolios von Finfluencern. Insbesondere, wenn damit konkrete Anlageprodukte beworben werden oder es sich um neue Produkte handelt, deren Langzeitrisiken nicht abzuschätzen sind, sollten Podcasthörer stutzig werden.
„Einen seriösen Podcast erkennt man an Perspektivenvielfalt und daran, dass keine großen Versprechen gemacht werden“, sagt Laura Städtler von Finanzfluss. Gabriele Widmann ergänzt: „Eine individuelle Beratung halte ich für unverzichtbar. Sie lässt sich aus meiner Sicht nicht durch allgemeine Tipps aus dem Internet ersetzen.“
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