Café-Rechnung, Urlaub oder WG-Einkauf: Klare Absprachen und digitale Helfer sorgen dafür, dass Ausgaben fair verteilt werden – und Freundschaften erhalten bleiben. Dabei hilft auch Wero.
Text: Katja Stricker
Ob Restaurantbesuch, Wochenendtrip, WG-Einkauf oder Gruppengeschenk: Dass eine Person Geld für andere auslegt, ist in vielen Freundeskreisen Normalität. Heikel wird es, wenn die Rechnung kommt und die Vorstellungen davon auseinandergehen, was fair ist. Denn Geld ist weit mehr als eine sachliche Rechengröße.

„Geld ist ein hochemotionales Thema und für viele auch ein Statussymbol“, sagt Korina Dörr, Leiterin des Beratungsdienstes Geld und Haushalt und verantwortlich für den Bereich finanzielle Bildung im Deutschen Sparkassen- und Giroverband. Wer weniger zur Verfügung hat, kann Scham oder Ausgrenzung erleben; bei anderen entsteht mitunter Neid. So kann gemeinsames Bezahlen zur Bewährungsprobe für Freundschaften werden.
Besonders klar zeigt sich das im Restaurant: Eine Person bestellt nur ein kleines Gericht, andere wählen mehrere Gänge. Wird die Gesamtsumme durch alle geteilt, ist das zwar bequem, aber nicht fair. Haben alle ungefähr gleich viel konsumiert, spricht wenig gegen diese Lösung. Bei größeren Unterschieden ist es dagegen in Ordnung, getrennt zu zahlen oder nach Verbrauch abzurechnen.
Reden ist Gold
Korina Dörr rät dazu, solche Wünsche offen auszusprechen: „Besser klar kommunizieren, dass man heute mal separat zahlen möchte, als mit innerem Groll herumzulaufen.“ Denn meist belaste nicht die getrennte Abrechnung eine Freundschaft, sondern das Gefühl, übergangen oder ausgenutzt worden zu sein. Gerecht ist deshalb nicht automatisch, was mathematisch gleich verteilt wird, sondern was alle nachvollziehen können.
Kommen bei einer Reise oder im WG-Alltag viele Einzelbeträge zusammen, sollte man die Ausgaben von Anfang an festhalten. Abrechnungs-Apps dokumentieren, wer für wen bezahlt hat, und ermitteln die offenen Salden (siehe unten: „Gemeinsame Ausgaben im Blick“). Welche Aufteilung die Gruppe als fair empfindet, können sie allerdings nicht entscheiden.
Früh über Geld sprechen
Am besten werden die Spielregeln vereinbart, bevor überhaupt Kosten entstehen. Das gilt für Restaurantbesuche, erst recht aber für Gruppengeschenke zu Geburtstagen sowie gemeinsame Urlaube. Schon bei der Planung sollte die Gruppe ein Budget festlegen, das für alle tragbar ist. Ebenso sollte vereinbart werden, welche Ausgaben aus der gemeinsamen Kasse bezahlt werden.
Unterkunft, Mietwagen und Lebensmittel lassen sich häufig gut gemeinsam abrechnen. Persönliche Einkäufe bleiben besser außen vor. Gibt es sehr unterschiedliche Gewohnheiten, sind weitere Absprachen sinnvoll. Insbesondere bei Alkohol ist es ratsam, die Kosten ganz aus der Gemeinschaftskasse herauszunehmen. In einer WG wiederum sollten regelmäßige Einkäufe und Haushaltskosten zügig erfasst werden, statt sie nach Monaten aus dem Gedächtnis zu rekonstruieren.

Besonders sensibel wird das Thema bei sehr unterschiedlichen Einkommen. Wer mehr verdiene, gerate schnell in das moralische Dilemma, immer wieder alle einzuladen, gibt Korina Dörr zu bedenken. Großzügigkeit müsse freiwillig bleiben. Wird sie nach einigen Einladungen stillschweigend erwartet, entsteht leicht Unmut. „Wichtig im Umgang mit Geld unter Freunden sind Ehrlichkeit und Verlässlichkeit“, fasst es Dörr zusammen.
Offene Beträge direkt begleichen
Ebenso wichtig wie die Absprache ist ihre Umsetzung. Wer für eine Gruppe bezahlt oder größere Ausgaben vorgestreckt hat, soll dem Geld nicht lange hinterherlaufen müssen. Dörr sieht die Verantwortung klar bei den anderen und betont: „Sie haben eine Bringschuld und sollten den Betrag möglichst sofort zurückzahlen.“ Das ist nicht kleinlich, sondern respektvoll gegenüber der Person, die in Vorleistung gegangen ist.

Für solche schnellen Rückzahlungen – unterwegs ebenso wie zu Hause – eignet sich Wero, das europäische Echtzeit-Bezahlverfahren. Sparkassenkunden aktivieren den kostenlosen Service einmalig in der App „Sparkasse“; eine zusätzliche App ist nicht nötig. Geld lässt sich über Kontakte, Mobilfunknummer oder E-Mail-Adresse senden und anfordern – ohne die IBAN des Gegenübers einzugeben. Der Betrag wird unmittelbar von Konto zu Konto übertragen und kommt in der Regel innerhalb weniger Sekunden an.
Auch eine gemeinsame Rechnung lässt sich so unkompliziert aufteilen. Ein gebuchter Umsatz oder manuell eingegebener Betrag kann auf bis zu 20 Wero-Kontakte verteilt werden. Anschließend werden die jeweiligen Anteile direkt angefordert. Voraussetzung ist, dass alle Empfänger Wero aktiviert haben. So kann der Anteil an der Ferienwohnung gleich nach der Buchung beglichen werden.
Die erwähnten Abrechnungs-Apps sind eine sinnvolle Ergänzung. Sie sammeln die Posten, berücksichtigen unterschiedliche Beteiligte und zeigen, wer am Ende wem noch wie viel schuldet. Die offenen Beträge können anschließend separat beglichen werden, beispielsweise mit Wero. Die Technik schafft Überblick und beschleunigt den finanziellen Ausgleich. Was die Gruppe als gerecht empfindet, muss sie trotzdem selbst aushandeln.
Gemeinsame Ausgaben im Blick
Diese Apps berechnen die Verteilung gemeinsamer Ausgaben. Offene Beträge lassen sich danach mit Wero ausgleichen.
- Splid. Für iOS und Android, online und offline sowie ohne Anmeldung nutzbar. Die App berücksichtigt ungleiche Anteile und mehr als 150 Währungen. Die Grundfunktionen sind kostenlos.
- Kittysplit. Für iOS und Android sowie im Browser verfügbar. Eine Gruppe wird einfach per Link geteilt; eine Registrierung ist nicht erforderlich. Die Basisnutzung von Kittysplit ist kostenlos.
- Sesterce. Für iOS und Android sowie im Browser verfügbar, etwa für Reisen, WGs oder Paare. Die kostenlose App berechnet individuelle Anteile und Salden. Bestimmte Premiumfunktionen sind kostenpflichtig.
Fotos: Adobe Stock, Wero

