Niederrhein Musikfestival 2023: Brückenschlag zwischen Kulturen

Das Niederrhein Musikfestival präsentiert vom 20. August bis 22. Oktober 2023 acht spannende Konzerte – und schlägt dabei wieder die Brücke zwischen Musik, Tanz, Lesung und Schauspiel. Das Motto in diesem Jahr: „Classique Sürpriz – Musik und Wort in Bewegung“. 

Text: Gunnar Erth

Die künstlerische Leiterin und Flötistin Anette Maiburg nimmt ihr Publikum wieder mit auf große Weltreise. Den Auftakt machen beim inzwischen 19. Niederrhein Musikfestival zwei schillernde Freiluft-Veranstaltungen im Hof von Schloss Dyck: Mit „Zauber der Alhambra – Musik, Tanz und Poesie aus Spanien“ begibt sich das Ensemble am 20. August auf eine iberische Klangreise. Sie führt von Diego Ortiz, dem Meister der Renaissance, über die Operettenform der Zarzuela bis zu den Vätern der spanischen Klassik. Die originellen Arrangements und ihre tänzerische Ausdeutung in Verbindung mit Texten aus Washington Irvings „Alhambra“ lösen die Grenzen zwischen den Kunstdisziplinen auf.

Schloss Dyck. Foto: Klaus Stevens

Eine Woche später geht es an gleicher Stelle mit „Passione italiana – Italien in Poesie, Klang und Tanz“ zur Wiege von Oper, Canzonen und Tarantella. Italienische Erinnerungen von Goethe bis Grillparzer führen mitreißende Zwiegespräche mit Meisterwerken der italienischen Musikgeschichte. Das Ensemble des Niederrhein Musikfestivals, Friederike von Krosigk als Rezitatorin und der Tänzer Kauan Soares veranstalten dabei ein großes Fest. Wer will, kann die Festival-Neuproduktion auch schon einen Tag vorher, am 26. August, in einem Werkstattkonzert in Form einer Probe in Haus Katz, Jüchen genießen.

Bach mal anders

Im Bach-Jahr kommt auch das Niederrhein Musikfestival nicht am großen Barockkomponisten vorbei, zelebriert seine zeitlose Musik aber auf ganz moderne Weise. Das machen am 2. September die Musiker von „Uwaga!“, die wieder einmal zu Gast sind. Im Tuppenhof Kaarst wagen sie im Open-Air-Konzert „Bach to the roots“ eine so freche wie respektvolle Hommage an den Komponisten und spielen dabei mit Genres und Stilen.

Die Rokokokirche Wickrathberg in Mönchengladbach ist am 10. September die beeindruckende Kulisse für „Viva la Vida mit TwoFourTwelve”, ein facettenreiches Programm mit Inspirationen aus Spanien. Das Gitarrenduo TwoForTwelve entführt das Publikum in die virtuose Klangwelt Südamerikas, präsentiert Eigenkompositionen und nimmt sich Popsongs der britischen Formation Coldplay vor.

Miroslav Nisic. Foto: Nikola Markovic

Zwei Wochen später, am 24. September, nimmt der Akkordeon-Virtuose Miroslav Nisić im historischen Ambiente der Stammenmühle Nettetal mit auf eine Reise durch Epochen und geografische Räume, die bei Domenico Scarlattis Sonaten ihren Anfang nimmt und bei Astor Piazzollas „Tango Nuevo“ noch lange nicht zu Ende ist. „Akkordeon Pur“ ist der Titel des Konzerts.

Jüdischer Kulturdialog

Spektakulär endet das Festival auch – mit der Neuproduktion „Ein Siegel aus Rubin – Jüdische Kulturdialoge in Wort und Klang“. Das Abschlusskonzert ist am 21. Oktober im Neusser Haus Katz als Werkstattkonzert und einen Tag später in der Langen Foundation in Neuss zu sehen. Zusammen mit der in Wiesbaden lebenden Sängerin Shai Terry spürt das Ensemble des Niederrhein Musikfestivals den engen Beziehungen jüdischer und nichtjüdischer Kultur nach.

Lena Gorelik. Foto: Rowohlt

In maßgeschneiderten Arrangements erklingt der Facettenreichtum jüdischer Traditionen, die zum musikalischen Welterbe beigetragen haben. Die in Russland geborene Schriftstellerin Lena Gorelik aus München trägt dazu Texte vor, die um die jüdische Verwurzelung und Identität in Deutschland sowie die Bedeutung der Sprache für die individuelle Selbstfindung kreisen.

Fortgesetzt wird in diesem Jahr auch der digitale Konzertsaal des Niederrhein Musikfestivals. In dieser virtuellen Philharmonie gibt es Videoclips und Festivalfilme, Podcasts mit und über die Mitwirkenden, sowie Fotoimpressionen der Konzerte und Hintergrundinformationen. Schulworkshops runden das Geschehen ab. Übrigens: Zu den Sponsoren des Festivals gehören auch in diesem Jahr wieder die Sparkasse Neuss, die Stiftung Kulturpflege und Kulturförderung der Sparkasse Neuss und die Sparkassen Kulturstiftung Rheinland.

Karten sind im Vorverkauf bei allen bekannten Vorverkaufsstellen, online bei www.westticket.de und telefonisch unter 0211 274000 erhältlich. Karten für den Tuppenhof gibt es ausschließlich über Frau Rottländer, Telefon 02131 989533 oder rottlaender@tuppenhof.de. Weitere Informationen: www.niederrhein-musikfestival.de.

Lesen Sie dazu auch das S-Quin-Interview mit Anette Maiburg: https://www.s-quin-magazin.de/niederrhein-musikfestival-maiburg-2023.

Titelfoto: Detlef Ilgner 

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