Kuckucksuhr und Reben: Wandermärchen im Nordschwarzwald

Vergessen Sie bitte alles, was Ihnen angestaubte Heimatfilme über den Schwarzwald erzählt haben. Der nördliche Schwarzwald hat sich gewandelt – und ist mit Weitblick, Wein und Wanderungen ein perfektes Ziel für einen Deutschland-Urlaub.

Text: Sarah Lohmann

Im Schwarzwald treffen tiefe Seen auf majestätische Wälder, Rebhänge auf Obstwiesen – ein Teppich unterschiedlicher Grün-Nuancen. Wer die Wanderschuhe schnürt, begibt sich auf eine Reise, die die perfekte Balance zwischen sportlichem Ehrgeiz, Entschleunigung und badischer Genusskultur hält.

Doch jedes Abenteuer braucht ein solides Hauptquartier. Zum Beispiel das Kloster Maria Hilf in Bühl. Gelegen am Fuße der Schwarzwaldhochstraße, ist dieses historische Gäste- und Tagungshaus der Gegenentwurf zum hektischen Alltag. Was Sie erwartet: Ruhe, die Herzlichkeit der Ordensschwestern, die wahrscheinlich schönste Form des digitalen Entgiftens und eine ordentliche Portion Achtsamkeit.

Nach der individuellen Anreise und einer ersten Programmvorstellung wartet ein gemeinsames Abendessen im Kloster, bei dem man in aller Ruhe die Wandergemeinschaft kennenlernen kann. Und wer sich in der Zwischenzeit die Beine vertreten mag: Das Kloster umgibt eine weitläufige Anlage.

Fachwerkhäuser und weite Blicke

Wenn die Morgensonne über die Dächer von Bühl klettert, startet der erste Wanderausflug. Nach einem Spaziergang zwischen den bunten Fassaden der gepflegten Fachwerkhäuser geht es durch Obstbaumwiesen und Wälder zur mächtigen Burgruine Windeck. Erbaut wurde die Burg um 1200 und weil ihren Bewohnern hier ein frisches Lüftchen um die Nase wehte, tauften sie das Domizil „Wind-Eck“. Hier befindet sich ein Logenplatz für Weitblick-Genießer. Das Auge schweift ungebremst über das grüne Band des Rheintals bis hinüber zu den Silhouetten der Vogesen.

Sonnenuntergang in den Weinreben mit Schloss Staufenberg in Durbach im Hintergrund.

Nach rund vier Stunden Wanderzeit und 250 lässig bezwungenen Höhenmetern geht es schließlich wieder zurück in die klösterliche Stille. Dort schließt sich der Kreis am Nachmittag bei einer Führung durch die geschichtsträchtigen Hallen, die wunderbar erdende Einblicke in ein Leben fernab des weltlichen Alltagsstrebens bieten.

Nixen-Mythen und der König des Nordschwarzwalds

Am nächsten Morgen geht es zum Mummelsee, einem sogenannten Karsee, entstanden in der Eiszeit. Er ist 18 Meter tief, fast kreisrund und umgeben von Wald, Felsen und Moos. Natürlich ranken sich um das dunkle Gewässer Mythen und Legenden – hier sollen Nixen, die Mümmlein, unter der Wasseroberfläche in einem Schloss leben. Man sollte also genau hinschauen, wer weiß, ob nicht eine der Wassernixen verschlafen den Kopf aus dem See streckt. Keine Sorge, die Nixen gelten als überaus freundlich und sollen sogar im Tal bei der Arbeit geholfen haben.

Vom Seeufer aus führt der Pfad spürbar knackiger bergauf. Es geht zum Gipfel der Hornisgrinde, die mit stolzen 1164 Metern als unangefochtener Monarch des Nordschwarzwalds über der Region thront. Oben angekommen, liegt der Wandergesellschaft die gesamte Rheinebene tief zu Füßen, inklusive tiefer Wälder und glitzernder Hochmoore.

Bei klarer Sicht genießt man hier einen Ausblick bis zu den Alpen. Nach rund drei Stunden purem Frischluft-Glück und 250 Höhenmetern weckt eine gemütliche Einkehr die Lebensgeister mit badischer Herzlichkeit, bevor der Transfer zurück in die klösterliche Stille führt.

Weinpanorama und die Kunst des Nichtstuns

Nach so viel Bergluft wechselt das Programm und steuert schnurstracks auf Romantik und Genuss zu – denn auch dafür ist der Schwarzwald bekannt. Ziel ist Durbach. Das „goldene Weindorf“ in der Ortenau am Fuße des Schwarzwalds steht für Spitzenweine und Premium-Gastronomie.

Los geht die Reise auf einem bezaubernden Pfad, der sich zwischen endlosen Reben und Kastanienalleen durch die Landschaft windet. Als besondere Seelsorge tauchen immer wieder lauschige Holzbänke und Weinprobierstände auf. Von hier aus lässt sich der wohl schönste Weitblick der Ortenau genießen, mit Alpengipfeln am Horizont.

Das Blumen- und Weindorf Sasbachwalden steht ebenfalls auf der Reiseroute.

Am Folgetag hat man sich eine Pause redlich verdient. Am programmfreien Tag lockt die sonnige Klosterterrasse, um sich mit einem guten Buch im Sessel zurückzulehnen und den vorüberziehenden Wolken zuzusehen. Die Wolken reichen nicht? Dann erreicht man binnen 20 Minuten Baden-Baden oder in 45 Minuten Straßburg.

Das große Finale beim Alden Gott

Es plätschert und funkelt an allen Ecken, wenn am Folgetag die Edelfrauengrab-Wasserfälle bei Ottenhöfen ein herrlich dramatisches Schauspiel inszenieren. Den wunderbar schaurigen Namen verdanken die Kaskaden einer sagenumwobenen Felshöhle, in der einst eine untreue Edelfrau ihr ungemütliches Ende fand. Heute regiert hier jedoch die Wildromantik. Über Stege, Brücken und naturbelassene Stufen führt der Pfad in eine Schlucht, flankiert von moosbedeckten Felsriesen.

Nach rund viereinhalb Stunden Wanderzeit und 450 sportlichen Höhenmetern kommt das schmucke Seebach wie gerufen. Hier lockt eine zünftige Einkehr, bei der vielleicht noch ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte auf den Teller wandert. Angesichts der Tagesleistung wird das Bauwerk aus Sahne, Schokolade und Kirschen ohnehin nicht als Sünde, sondern als sehr nützlich deklariert.

Zum krönenden Abschluss zieht die Reise auf der Alde-Gott-Panoramarunde rund um das Blumen- und Weindorf Sasbachwalden noch einmal alle Register des badischen Genusshandwerks. Dieser dreieinhalbstündige Genießerpfad schlängelt sich durch Rebenlandschaft und Streuobstwiesen. Es ist ein wunderbarer Dreiklang aus Wandern, Weite und Weinbergen, der diese Woche perfekt abrundet, bevor es am achten Tag nach dem Frühstück wehmütig „Ade, schöner Schwarzwald!“ heißt.

Ihr S-Quin Reisevorteil

Diese achttägige Wanderreise mit sieben Übernachtungen inklusive Frühstück im Kloster Maria Hilf können Sie über die S-Reisewelt von S-Quin und die Hotline 02131/97-2222 buchen. Der Preis für ein Doppelzimmer mit Frühstück startet bei 1160 Euro pro Person an diversen Terminen zwischen Juni und Oktober 2026. Details finden Sie unter diesem Link.

S-Quin-Kunden erhalten je nach Kontomodell bis zu 6 Prozent Reisepreisrückvergütung, beziehungsweise das Äquivalent in PAYBACK-Punkten. Eine Rückvergütung auf Steuern, Flughafen- und Kerosinzuschläge, Fährtickets, Flugbuchungen und sonstige Gebühren ist ausgenommen. Das Angebot gilt vorbehaltlich Zwischenverkauf, Preisänderung und Druckfehlern. Bei ausverkaufter Reise besteht kein Rechtsanspruch. Stand der Informationen: Mai 2026.

Fotos: Adobe Stock, iStockphoto

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