Wandern, Camping, Vogelbeobachtung oder eine Bergtour: Wer draußen unterwegs ist, hat heute oft mehr als Proviant und Regenjacke dabei. Das Smartphone ist Karte, Kompass, Wetterstation, Pflanzenlexikon und Notfallhelfer in einem. Viele Apps machen Touren sicherer und abwechslungsreicher. Ein Überblick.
Outdoor-Apps machen aus einem Smartphone kein Allheilmittel. Aber sie können helfen, Touren besser zu planen, unterwegs Orientierung zu behalten, Wetterrisiken früher zu erkennen und Natur bewusster zu erleben. Für den Alltag reichen oft wenige Anwendungen: eine App für die Tourenplanung, eine für Offline-Karten, eine Wetter- oder Warn-App und eine Notfall-App.
Dazu kommen Anwendungen, die Naturerlebnisse vertiefen: Sie bestimmen Pflanzen, erkennen Vogelstimmen, zeigen Gipfel oder erklären den Sternenhimmel. Für Familien kann auch Geocaching interessant sein, weil es Spaziergänge und Wanderungen spielerisch erweitert. Camper brauchen zusätzlich Apps für Stellplätze und Übernachtungsmöglichkeiten.
Die Apps ersetzen aber keine gute Vorbereitung. Akkus können leer werden, Wetter kann umschlagen und Funklöcher sind leider stark verbreitet. Deshalb gilt: Wichtige Karten vor der Tour offline speichern, Wetterwarnungen aktivieren, eine Powerbank einpacken und bei längeren oder anspruchsvolleren Touren nicht allein auf das Smartphone vertrauen. Wer diese Grundregeln beachtet, kann aus Outdoor-Apps viel Nutzen ziehen.
Planen: Passende Routen und Karten
Komoot: Bei der vielleicht bekanntesten App für Wanderungen, Radtouren und Laufstrecken können Sie Touren planen, speichern, teilen und sich unterwegs navigieren lassen. Die Bedienung ist einfach: Auch wer nicht regelmäßig mit digitalen Karten arbeitet, findet meist schnell eine passende Route. Viele Funktionen sind kostenlos, zusätzliche Karten und Premium-Funktionen kosten Geld.
Outdooractive: Diese App eignet sich für Wanderer, Radfahrer, Mountainbiker, Läufer und Wintersportler. Sie bietet Tourenvorschläge und Karten und hilft bei der Routenplanung und Navigation. Die kostenlose Version gibt einen ersten Eindruck. Wer detailliertere Karten, Offline-Nutzung oder Zusatzinhalte nutzen möchte, landet bei kostenpflichtigen Pro- oder Pro-Plus-Modellen.
Alpenvereinaktiv: Wer eine Tour im Alpenraum plant, sollte sich diese App anschauen. Die Tourenbeschreibungen, Karten, Hütteninformationen und Hinweise für Berg-, Kletter-, Ski- und Schneeschuhtouren werden auch von Alpenvereinen genutzt. Gerade bei alpinen Touren ist eine seriöse Vorbereitung wichtig. Alpenvereinaktiv kann dabei helfen. Wer anspruchsvollere Touren plant, sollte aber zusätzlich aus anderen Quellen die Lawinenlage und lokalen Bedingungen prüfen.
Organic Maps: Diese datensparsame Offline-Karten-App basiert auf OpenStreetMap. Ein Vorteil: Karten, Suche und Navigation funktionieren auch ohne mobile Datenverbindung. Vor der Tour sollten die Karten für die Zielregion geladen werden. Wer eine einfache, kostenlose und werbefreie Kartenlösung sucht, kann Organic Maps als Ergänzung zur eigentlichen Touren-App nutzen.
Wetter und Warnungen: Rechtzeitig reagieren
DWD WarnWetter: Diese App des Deutschen Wetterdienstes informiert über aktuelle Wetter- und Unwetterwarnungen bis auf lokale Ebene. Das macht sie bei Touren in Deutschland sehr hilfreich. Vor einer Outdoor-Tour lässt sich prüfen, ob Gewitter, Sturm, Starkregen, Hitze oder andere Wettergefahren drohen.
NINA: Die Warn-App des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe informiert über amtliche Gefahrenlagen wie Großbrände, Gefahrstoffaustritte oder Hochwasser. Auf Wunsch können Warnungen für den aktuellen Standort oder für ausgewählte Orte angezeigt werden. Für Outdoor-Touren ist NINA sinnvoll, weil Gefahren nicht immer nur vom Wetter ausgehen.
Windy: Diese Wetter-App zeigt unter anderem Wind, Regen, Wolken, Radar- und Wettermodelle. Besonders nützlich ist sie für Segler, Kitesurfer, Gleitschirmflieger, Bergsportler und Camper. Für eine einfache Sonntagstour kann Windy mehr Informationen bieten, als nötig sind. Wer aber längere Touren plant oder Outdoor-Sportarten betreibt, bekommt ein starkes Analysewerkzeug.
Notfall: Hilfe, Standort und Erste Hilfe
Erste Hilfe/Rotes Kreuz: Eine Erste-Hilfe-App gehört nicht nur in die Hosentasche von Bergsteigern. Auch bei Radtouren oder Ausflügen können Stürze, Kreislaufprobleme oder Insektenstiche vorkommen. Die App des Roten Kreuzes bietet Schritt-für-Schritt-Hinweise für typische Notfälle. Sie ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs, hilft aber, in einer Stresssituation geordnet zu handeln.
What3words: Diese App teilt die Welt in kleine Quadrate ein und weist jedem Quadrat eine Kombination aus drei Wörtern zu. So lässt sich ein Standort beschreiben, auch wenn es dort keine Adresse gibt. Das kann im Wald, am Seeufer oder auf einem Feldweg helfen. Sinnvoll ist es aber, zusätzlich GPS-Koordinaten, Orientierungspunkte und die geplante Route zu nennen.
Natur entdecken: Pflanzen, Vögel, Berge und Sterne
Flora Incognita: Diese nützliche App für Naturliebhaber zeigt die Namen, Merkmale und viele weitere Informationen von Pflanzen auf der Basis von Fotos an. Das macht Spaziergänge und Wanderungen lehrreicher. Vorsicht: Bei giftigen Pflanzen oder Pilzen sollte man sich jedoch auf keinen Fall allein auf eine App verlassen.
Merlin Bird ID: Diese App hilft beim Bestimmen von Vögeln. Die App kann über Fragen, Fotos oder Tonaufnahmen unterstützen und greift auf große Datenbestände zu Vogelbeobachtungen, Fotos und Lauten zurück. Besonders spannend ist die Möglichkeit, Vogelstimmen zu erkennen.
SkyView Lite: Halten Sie Ihre Smartphone-Kamera zum Himmel und lassen Sie sich von SkyView Lite Sterne, Sternbilder, Planeten und Satelliten erklären. Die App passt gut zu Camping, Hüttenabenden, Nachtwanderungen oder Familienausflügen. SkyView Lite kann einen Ausflug abrunden, wenn man abends noch draußen ist. Besonders für Kinder ist die App ein guter Einstieg in Astronomie.
Geocaching: Gehen Sie mit dieser App von Groundspeak auf digitale Schatzsuche. Über Koordinaten suchen Nutzer kleine Verstecke, sogenannte Caches, die andere Menschen angelegt haben. Die App macht Spaziergänge, Wanderungen und Ausflüge spielerischer. Für Familien und Gruppen kann Geocaching ein guter Anlass sein, neue Wege zu gehen.
Apps für Camper
Park4night: Diese App richtet sich an Menschen, die mit Wohnmobil, Campervan oder ausgebautem Fahrzeug unterwegs sind. Die App hilft, Stellplätze, Parkmöglichkeiten, Picknickplätze und Orte zum Übernachten zu finden. Viele Einträge stammen aus der Community. Deshalb sollte man genau hinsehen, denn nicht jeder schöne Ort ist ein erlaubter Übernachtungsplatz.
Stellplatz-Radar: Für Camper, die gezielter planen möchten, eignet sich auch der Stellplatz-Radar von Promobil. Sie bietet eine Übersicht über Wohnmobil- und Campingplätze – mit Bewertungen, Bildern und Details. Zusatzfunktionen können kostenpflichtig sein.

